Fahrgemeinschaft abrechnen

Aufrufe: 118     Aktiv: 05.05.2022 um 22:25

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Es soll eine Fahrgemeinschaft gebildet werden, die über eine App verwaltet wird. Grundsätzlich soll es so sein, daß jeder Mitfahrer unter Brücksichtigung der Anzahl der Mitfahrer und der „persönlich“ mitgefahren Kilometer seine Anteil an den Fahrkosten je Kilometer (sind bekannt) errechnet bekommt.

 Die Berechnung soll einmal so gestaltet sein, daß

a) alle Haltepunkte der Mitfahrer vor Antritt der Fahrt feststeht und

b) nicht alle Haltepunkte (oder sogar kein Haltepunkt) feststeht.

 Frage 1: wie sind die sinnvollen Berechnungswege nach a) und nach b)

Frage 2: könnte man diese Berechnungen nach a) und b) in eine Formel packen?

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Das kann schon sehr komplex werden, wenn echte "Kostenwahrheit" angestrebt werden soll:

Entlang der Strecke kommt es ja nicht nur an, wieviele in einem Streckenabschnitt im Auto sitzen, sondern auch, welche Umwege durch einzelne Mitfahrer erst nötig werden. Wäre etwa Paul nicht dabei, würde wohl zwischen "Start Jan" und "Ziel Bob" eine kürzere Strecke gefahren werden. Paul müsste (als Verursacher) auch etwas zu den Kosten der Rückkehr von seinem Umweg beitragen, und nicht nur zu den Streckenabschnitten wo er selber mitfährt.

Selbst wenn man das mal ausblendet, kommt als nächstes die Frage, ob die realen Kosten für jede Teilstrecke von der Anzahl der Mitfahrer abhängt, bzw zu welchem Grade. Auf einer Bergstrecke kommt es logischerweise mehr auf die Anzahl der Mitfahrer an, als auf der Autobahn.

In dem Fall, dass die Haltepunkte nicht vorweg feststehen, sondern vielleicht erst während der Fahrt weitere Umwege für zusätzliche Passagiere eingeschlagen werden, dann artet die Komplexität vollends aus.
  ─   mathe42 04.05.2022 um 15:28

Eine wichtige Frage ist doch: Wessen Auto wird eigentlich benutzt?
Wenn ich Achim wäre, würde ich auf die A220 fahren (sind das insgesamt etwa 10 Anschlussstellen Entfernung?). Das ist der schnellste Weg.

Wie viel länger wäre Achim aber dann auf Nebenstraßen unterwegs um die anderen erstmal einzusammeln und woanders hinzubringen? Also müsste Achim nicht nur für die Umwege in km, sondern auch für die zusätzlich nötige Zeit bezahlt werden. Das sieht so aus, als müsste er mindestens 30 Minuten früher zu Hause losfahren. Macht 1 Stunde pro Tag Dienstleistung für andere.
Wenn an anderen Tagen Jan mit seinem Auto erstmal Achim abholen fährt, dann wird es schon wieder gerechter, weil jeder mal früher aufstehen muss.
Vor allem würde ich nicht derjenige sein wollen, der an jedem Tag fährt, während die anderen theoretisch noch ein Nickerchen machen können...

Die Start- und Zielorte erscheinen mir so, dass das in der Realität nicht auf Dauer funktionieren wird.

Habe selber an einer Fahrgemeinschaft (bis zu 5 Personen) teilgenommen (alle Teilnehmer hatten das gleiche Ziel) - und wir sind einzeln mehr oder weniger sternförmig zu geeigneten Treffpunkten (z.B. Parkplatz an der Autobahnauffahrt o.ä.) gefahren (bis dort hatte jeder einen kleinen Umweg) und sind von dort aus mit einem Auto (abwechselnd) den Rest gefahren.
Wir hatten dann das Problem, dass wir aufgrund verschiedener Stundenpläne nicht gleichzeitig am Ziel sein mussten oder nicht gleichzeitig fertig waren - so dass sich letztlich nur an wenigen Tagen Teilgruppen gebildet haben. Alle 5 in einem Auto gab es nie. Und gegenseitige "Bezahlung" gab es auch nicht, weil ja die gemeinsame Strecke von jedem mal gefahren wurde.

Wenn man das mit "Fremden" machen will, dann braucht man letztendlich einen externen Fahrer. Der kann dann von den Mitfahrern für seine Dienstleistung kassieren. Fester km-Preis, Abschnittsweise wird durch die Zahl der Mitfahrer dividiert, ein evtl. Sockelbetrag wird per Dreisatz auf Summe der Personenkilometer aufgeteilt...

Außerdem: Je mehr Passagiere im Auto sind, desto teurer werden die Kosten pro km aufgrund der größeren Masse - der Fahrpreis pro km des Autos darf also eigentlich auch kein Fixpreis sein...
  ─   joergwausw 04.05.2022 um 16:51

Ich hab mir mal die Entfernungen angeschaut. Das sind alles Katzensprünge. Paul könnte seine Strecke wunderbar mit dem Rad zurücklegen. Lass es maximal 5 km sein. Für Jan gilt das gleiche. Eine Fahrgemeinschaft macht dann nur für Bob und Achim Sinn, da die Umwege gering sind.   ─   cauchy 04.05.2022 um 19:51

Ja, ich hatte die Ortsnamen aufgrund der Nummerierung für Autobahn-Abfahrten gehalten, die ja normalerweise etwas weiter auseinander sind...
Habe mir mal ein Paar Straßen zufällig ausgesucht die in etwa zu Achim passen und die bei google eingegeben: über die Autobahn 11,6 km und 14 Minuten - abends um 21 Uhr, Entfernung Luftlinie 8,5 km. So ganz klein ist der Katzensprung dann auch wieder nicht nicht...
  ─   joergwausw 04.05.2022 um 21:24

Achim kann ja auch mit Bob ruhig über die Autobahn düsen. Aber für die anderen beiden lohnt das aufgrund der Umwege kaum. Mit einem gescheiten E-Bike sind 5 km in 15 Minuten geradelt. Man tut außerdem etwas für den Körper, lebt umweltbewusster und spart zu dem noch einiges an Geld...   ─   cauchy 05.05.2022 um 00:30

Ja, Paul ist derjenige, bei dem die Teilnahme hier am wenigsten Sinn ergibt.   ─   joergwausw 05.05.2022 um 08:35

Ich hätte die ursprüngliche frage nicht so verstanden, dass das eine konkrete, oder konkret geplante Fahrgemeinschaft wäre, die nun abgerechnet werden soll, sondern habe es eher für ein Beispiel gehalten...   ─   mathe42 05.05.2022 um 10:35

Darüber lässt sich nur spekulieren. Vom Fragesteller gibt es ja auch keinerlei Rückmeldung...   ─   cauchy 05.05.2022 um 22:25
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