Reductio ad absurdum, Schlussprinzip, Aussagenlogik

Aufrufe: 77     Aktiv: 08.12.2021 um 12:35

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Hi Leute, ich bin total verzweifel und brauche dringend Eure Hilfe. In Philosophie 1. Semester habe ich Logik und muss das Schlussprinzip der reductio ad absurdum kapieren. Ein Beispiel wie wir es nutzen, siehe unten. Das ganze lässt sich auch in Formeln wiedergeben mit p und q usw.... Wer sich auskennt, bitte bitte melden. Tausend Dank

(1) Gott ist allmächtig. (Annahme)

(2) Wenn Gott allmächtig ist, dann kann er alles.

(3) Wenn Gott alles kann, dann kann er einen Stein erschaffen, den er selbst nicht heben kann.

(4) Wenn Gott einen Stein erschaffen kann, den er selbst nicht heben kann, dann ist es nicht der Fall, dass Gott alles kann (dann gibt es etwas, das er nicht kann: den Stein heben).

(5) Wenn Gott allmächtig ist, dann kann er einen Stein erschaffen, den er selbst nicht heben kann. (Kettenschluss aus 2,3)

(6) Wenn Gott allmächtig ist, dann ist es nicht der Fall, dass Gott alles kann. (Kettenschluss aus 4,5)

(7) Es ist nicht der Fall, dass Gott alles kann. (Modus ponens aus (1),(6))

(8) Gott kann alles.
(Modus ponens aus (1), (2))

(9) Gott kann alles und es ist nicht der Fall, dass Gott alles kann. (“und”-Einführung aus (7), (8))

Also: (10) Es gilt nicht: Gott ist allmächtig. (Reductio ad absurdum aus 1, 9)


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Was ist die konkrete Frage?   ─   cauchy 05.12.2021 um 04:02
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Hallo,

ein Reductio ad absurdum Beweis kann man auch als Widerspruchsbeweis beschreiben. Du versuchst also eine Aussage herzuleiten, die in sich selbst einen Widerspruch enthält. Hier hauptsächlich in der Zeile 9. Es kann nicht sein, dass Gott alles kann und gleichzeitig nicht alles kann. Da dieser Widerspruch aus der Aussage Gott ist allmächtig resultiert, kann diese Grundaussage nicht stimmen. 

Grüße Christian
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