Korrelation, Zusammenhang (einseitig) - Begriff?

Aufrufe: 835     Aktiv: 26.10.2020 um 20:08

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Hallo Zusammen! 

Im Rahmen meiner Bachelorarbeit schreibe ich über den Zusammenhang zwischen dem Umfang der Homeoffice Stunden und den psychischen Belastungen von Arbeitnehmern. 

Nun habe ich herausgefunden das es einen Zusammenhang zwischen den beiden Faktoren gibt. Jedoch ist dieser ja nicht kausal oder. Es macht Sinn das zwar viele Homeoffice Stunden zu einer psychischen Belastung führen können aber nicht direkt eine hohe psychische Belastung zu vielen Homeoffice Stunden (das wäre ja bisschen komisch :D). Ich hoffe ihr versteht was ich meine. Bin mir aber unsicher wie sich so ein Zusammenhang nennt und wie man diesen nachweisen kann. 

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Hallo Ramona,

Korrelation beschreibt im Allgemeinen keine Ursache-Wirkungs Beziehung, somit also keine Kausalität. Das ist ein gern gesehener Fehlschluss, den man anhand von Korrelationsbeziehungen trifft.

Dein Beispiel zeigt ganz gut, wie absurd solche Schlüsse aus Korrelation auf Kausalität sein können.

In manchen Fällen mag die Kausalität tatsächlich vorliegen, jedoch kann diese mit der Bestimmung der Korrelation alleine nie wirklich verifiziert werden. Es gibt sogar einen Fachbegriff für solche Fehlschlüsse von Korrelation auf Kausalität: Cum hoc ergo propter hoc.

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Vielen Dank für die schnelle Antwort Stefano! Wie würde man dies dann interpretieren? Das es einen positiven Zusammenhang gibt dieser aber nicht kausal ist? Und wie könnte ich das belegen?

Und die zweite Frage wäre, dass ich in diesem Fall nicht sagen kann, dass je mehr Stunden der Mitarbeiter im Homeoffice verbringt, desto höher seine psychischen Belastungen sind oder?

Liebe Grüße
Ramona :)

  ─   lisa_lo 26.10.2020 um 12:09

Das ist so ein bisschen mein Fachgebiet- also die psychische Belastung ist ja multifaktoriell zu sehen. Da du aber Faktoren wie : krankes Kind, wirtschaftliche Probleme, Sorgen anderer familiärer Art, eigene körperliche Erkrankung , Konflikte mit dem Arbeitgeber usw usf nicht zusätzlich betrachtest , wirst du das nie davon unabhängig betrachten können .
Du müsstest bei solch einer Befragung folgendes einbeziehen: „sonstige Belastungsfaktoren“ und auf der anderen Seite: „was ist Meinung des Probanden für ihn an Heimarbeit belastend“
Ich denke, dass dann die Aussage etwas mehr Aussagekraft bekommen würde.
Es steht und fällt bei solchen multifaktoriellen Phänomenen alles mit den Studien- oder Befragungsdesign.
Tip: wenn du die Befragung nicht wiederholen kannst, dann kannst du dein Ergebnis so stehen lassen und eine Korrelation vermuten und dann die Diskussion führen, was bei einer Befragung und warum noch berücksichtigt werden müsste . Das wäre nach meiner Erfahrung auch ein zu akzeptierendes Ergebnis !
  ─   markushasenb 26.10.2020 um 13:16

Danke für die ausführliche Antwort! Ja das hätte leider den Rahmen der Bachelorarbeit gesprengt, deswegen werde ich solche Faktoren in die Diskussion und ins Fazit packen :)!!

Trotzdem steht noch offen ob man den von mir beschrieben Zusammenhang durch „je mehr ... desto“ interpretieren kann bzw. wie man solch einen Zusammenhang (also: je mehr .. desto) nennt.

Bin mir nämlich unschlüssig ob ich direkt hierauf schließen kann: „Je mehr Stunden der Mitarbeiter im Homeoffice verbringt, desto höher sind die psychischen Belastungen“ :/
  ─   lisa_lo 26.10.2020 um 13:49

Nein, dieser Rückschluss ist unzulässig . Siehe Stefan: „cum hoc ergo propter hoc“ . Das kann also so sein, es liegt auch nahe, aber es ist definitiv kein Kausalitätsbeweis. Stell dir mal vor, jemand sagt dir, dass es weit 1 Woche depressiv sei und er keinen Antrieb mehr habe und todtraurig sei und du fragst ihn: „ was ist denn vor 1-2 Wochen passiert ? Er antwortet ; da habe ich mich von meiner Frau getrennt.
Was schließt du ?
  ─   markushasenb 26.10.2020 um 14:05

Danke für die Antwort! Ja mit dem Beispiel wird es jetzt nochmal deutlich!! Also handelt es sich dabei um eine Korrelation bzw. einen Zusammenhang aber es liegt keine Kausalität vor - hab ich das jetzt richtig verstanden :)? Kann man das mittels SPSS bspw. anhand einer Grafik darstellen bzw „beweisen“?   ─   lisa_lo 26.10.2020 um 18:19

Ich würde es anders sagen: der Soziologe, der Psychologe oder der Mediziner würden jetzt sagen: der Zusammenhang ist hochwahrscheinlich, aus den und den Gründen, allerdings ist er noch nicht bewiesen! Daher müssen wir uns der Kausalität mit den und den Zusatzfragen und Untersuchungen noch weiter annähern. ZB andere Störfaktoren ausschließen oder eigene Annahmen bestätigen lassen. So rum .   ─   markushasenb 26.10.2020 um 18:28

Ja das mit den ganzen Störfaktoren usw. kann ich auf jeden Fall in die Diskussion miteinbringen. Ich muss aber ja bei den Ergebnissen den Korrelationswert von r=150** irgendwie interpretieren .. und da weiß ich nicht wie die richtige Formulierung ist.

Habe wie gesagt die UV= Homeoffice Stunden und AV = Psychische Belastung und einen Korrelationskoeffizienten von r= .150**. Stehe gerade total auf dem Schlauch .. :(
  ─   lisa_lo 26.10.2020 um 18:49

Du könntest formulieren , dass du einen kleinen bis mittleren Effekt anhand deines Korrekationskoeff r = .150 siehst und einen Zusammenhang für wahrscheinlich hältst, zumindest ist er möglich. Und jetzt kommt deine Interpretation, warum du das für zusammenhängend hältst und was du —> Diskussion ! noch tun müsstest , um sicherer über den Zusammenhang zu werden .   ─   markushasenb 26.10.2020 um 19:35

Ja ok!! Besten Dank für deine Hilfe :) !! War alles sehr sehr hilfreich ! Und vor allem danke für die schnelle Antwort !   ─   lisa_lo 26.10.2020 um 20:08

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