Nein es macht überhaupt keinen Sinn. Ich rechne es dir mal vor und verwende dabei die Statistiken aus dem Video. Sei P(E) die Wahrscheinlichkeit erschossen zu werden (ergibt sich nicht aus den Daten im Video), P(S)=0.13 die Wahrscheinlichkeit schwarz zu sein und P(M)=0.49 die Wahrscheinlichkeit ein Mann zu sein. Wir haben nun die folgenden bedingten Wahrscheinlichkeiten gegeben
P(S|E)=0.369
P(M|E)=0.961
Nun möchten wir gerne herausfinden, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist erschossen zu werden unter der Bedingung, dass man a) ein Mann ist oder b) schwarz ist, also P(E|S) und P(E|M). Es gilt
\(P(E|S)=\frac{P(E\cap S)}{P(S)}=\frac{P(E\cap S)}{P(E)}\frac{P(E)}{P(S)}=P(S|E)\frac{P(E)}{P(S)}=2,84P(E)\)
und somit ist die Wahrscheinlichkeit, dass man erschossen wird 2,84-mal so hoch wie normal, falls man schwarz ist. Genau so gilt
\(P(E|M)=P(M|E)\frac{P(E)}{P(M)}=1.96P(E)\)
und damit ist die Wahrscheinlichkeit erschossen werden, falls du ein Mann bist, 1.96-mal so hoch wie normal. Es stimmt also faktisch nicht, dass die Wahrscheinlichkeit erschossen zu werden, falls man ein Mann ist (Hautfarbe egal) höher ist als die Wahrscheinlichkeit erschossen zu werden, falls man schwarze Hautfarbe hat (Geschlecht egal). Die Behauptung, dass eine Begegnung mit der Polizei für einen Mann egal welcher Hautfarbe gefährlicher sein als für eine schwarze Person egal welchen Geschlechts, ist damit grober Unsinn.
Sonstiger Berufsstatus, Punkte: 3.1K
schick doch mal nen Link zur Studie, dann können wir das prüfen. Häufig hat so eine Vorgehensweise in den Sozialwissenschaften aber seine Richtigkeit, ist ja Peer-reviewed. Ob man das aus mathematischer Sicht so beantworten kann, weiß ich auch gar nicht...
─ feynman 11.08.2020 um 07:09